Workshop
Natur neu denken und Dichotomien auflösen
// Jenny Cazzola | Centaurus //
Nicht nur Menschen können queer sein. Officine Vispa veranstaltet am 27. September einen Workshop, der dazu einlädt, queere Lebewesen im Wald kennenzulernen.

Flori Abendstein © privat
Flori Abendstein veranstaltet Workshops zur Queerness im Tier- und Pflanzenreich. Zentral sei dabei „gemeinsam eine Zukunft zu erdenken, welche Queerness nicht als Ausnahme, sondern als natürliche Gegebenheit sieht.“
Beispiele für Queerness in der Natur gibt es viele. „Es gibt zahlreiche Arten, bei denen biologische Geschlechter und Fortpflanzungsrollen nicht unseren gewohnten Vorstellungen entsprechen. Einige Fische können im Laufe ihres Lebens das Geschlecht wechseln. Auch gleichgeschlechtliches Sexualverhalten ist im Tierreich weit verbreitet. Bei einigen Arten der Renneidechsen bestehen die Populationen ausschließlich aus Weibchen. Sie vermehren sich durch Parthenogenese, zeigen aber Paarungsverhalten miteinander und wechseln dabei zwischen unterschiedlichen Rollen. Solche Beispiele zeigen, wie vielfältig Fortpflanzung, Geschlecht und Beziehungen im Tierreich tatsächlich sind und wie wenig die Kategorien, mit denen wir menschliche Vorstellungen von ‚normal‘ oder ‚natürlich‘ beschreiben, dieser Vielfalt gerecht werden.“
Unsere Vorstellung von Normalität und Natürlichkeit zu hinterfragen ist auch ein Anliegen der Queer Ecology. Diese Begriffe „werden dabei nicht als gegebene Wahrheiten verstanden, sondern als Kategorien, die durch gesellschaftliche und kulturelle Vorstellungen geprägt sind. Queer Ecology hinterfragt insbesondere binäre Ordnungen wie weiblich/männlich, natürlich/unnatürlich oder Mensch/Natur und damit auch die Vorstellung, dass Natur einer bestimmten, ‚normalen‘ Ordnung folgt.“
Beispiele für Queerness in der Natur gibt es viele. „Es gibt zahlreiche Arten, bei denen biologische Geschlechter und Fortpflanzungsrollen nicht unseren gewohnten Vorstellungen entsprechen. Einige Fische können im Laufe ihres Lebens das Geschlecht wechseln. Auch gleichgeschlechtliches Sexualverhalten ist im Tierreich weit verbreitet. Bei einigen Arten der Renneidechsen bestehen die Populationen ausschließlich aus Weibchen. Sie vermehren sich durch Parthenogenese, zeigen aber Paarungsverhalten miteinander und wechseln dabei zwischen unterschiedlichen Rollen. Solche Beispiele zeigen, wie vielfältig Fortpflanzung, Geschlecht und Beziehungen im Tierreich tatsächlich sind und wie wenig die Kategorien, mit denen wir menschliche Vorstellungen von ‚normal‘ oder ‚natürlich‘ beschreiben, dieser Vielfalt gerecht werden.“
Unsere Vorstellung von Normalität und Natürlichkeit zu hinterfragen ist auch ein Anliegen der Queer Ecology. Diese Begriffe „werden dabei nicht als gegebene Wahrheiten verstanden, sondern als Kategorien, die durch gesellschaftliche und kulturelle Vorstellungen geprägt sind. Queer Ecology hinterfragt insbesondere binäre Ordnungen wie weiblich/männlich, natürlich/unnatürlich oder Mensch/Natur und damit auch die Vorstellung, dass Natur einer bestimmten, ‚normalen‘ Ordnung folgt.“
Botanica Selvatica
So heißt der italienisch- und englischsprachige Workshop der Sozialgenossenschaft „Officine Vispa“ am 27. September, den Abendstein gemeinsam mit Kae Sordi veranstaltet und der von der Gemeinde Bozen im Rahmen des Projektes „Mignone Social Park“ finanziert wird. „Auf einem gemeinsamen Weg durch die Wälder begegnen wir verschiedenen Pflanzenarten, lernen ihre Eigenschaften und Queerness kennen. Dabei verstehen wir Queerness als eine Möglichkeit, biologische Vielfalt und Formen des Zusammenlebens jenseits vermeintlicher Normen zu betrachten. Wir richten den Blick auf unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien und auf die vielfältigen Beziehungen, in die Pflanzen mit anderen Lebewesen verwoben sind. Durch verschiedene kreative und sinnliche Übungen nähern wir uns den Pflanzen auf spielerische Weise und erproben dabei Perspektivwechsel: Wie können wir Pflanzen wahrnehmen, ohne sie ausschließlich als Nutzpflanzen, Ressourcen oder Kulisse zu betrachten? Und was können wir von pflanzlichen Formen des Daseins und des Miteinanders lernen?”
Der Workshop „Botanica Selvatica“ findet am 27. September von 10 bis 15 Uhr statt. Treffpunkt ist der Mignone Social Park in Bozen.


