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Ëiles y stëiles

// Lucia Piccolruaz //
Na sëra olache musiga, ert, cultura y discusciun á porté dant le rode dl’ëra te nosta sozieté
Hannelore Insam, Irene Prinoth, Jasmin Ferdigg y Lotte Nogler á partí cun le publich esperiënzes, minunghes y reflesciuns sura le rode dl’ëra aldedaincö, respognon ales domandes de Martina Rier © Patrick Senoner
Ai ot de merz — de internazional di dërc dl’ëra — él ince en chësc ann, sciöche i agn da denant, gnü organisé na sëra de ert, cultura y discusciuns al Tublá da Nives te Sëlva. Chëstes sëres é, do nosta minunga, de gran valüta: rové adöm por recordé ci che é gnü fat cina sëgn en cunt de dërc y parité é zacó na manira por nia s’al desmentié, nia se trá zoruch y ciaré da jí inant. La discusciun tratan la mësa torona á mostré sö olache al é ciamó zacotan de strada da fá, por arjunje la parité te ciamps olache al nen vá ciamó debojëgn.

Tratan chësta sëra, organisada da Martina Rier, án orü ti lascé lerch sön paladina ales ëres: les ëres dess slominé te so ester, porchël él ince gnü chirí fora la rima ëiles y stëiles (ëres y stëres) sciöche titul dla serada. Les usc intreciades y polifoniches dl cuartet “Tel Tipes” á daurí la manifestaziun cun tesć ironics che picinëia val’ strotöra stara dla sozieté. Te sües cianties él gnü alzé fora le rode che les ëres cür o dess curí aladô de ci che le patriarcat nes scrí dant. Dlungia i toc musicai él ince sté Cristina De Grandi y Irene Moroder che á dediché poesies y tesć de poetry slam a deplü momënc tla vita de n’ëra.
L’ert é gnüda portada sön paladina da Helene Demetz, che mët al zënter de so laur la figöra feminina y da Anna Anvidalfarei te n film cört, olache le corp devënta paladina y la contrada che i un daite crësc sura nos fora. Sön l’argomënt zentral dla serada “Ëiles&Stëiles - la figura dl’ëila tla sozietà de al didancuei” se ál baraté fora: Hannelore Insam, Irene Prinoth, Jasmin Ferdigg y Lotte Nogler.
Esperiënzes, minunghes y reflesciuns é gnüdes metüdes sön mësa. Al é gnü baié dl coraje da fá n vare ince sce nia tröpes ne l’á fat cina sëgn; da odëi ite olache al foss ciamó da lauré por arjunje na parité, por ejëmpl tl paiamënt por le medemo laur, tl’educaziun, ti laurs de ciasa y de cura.
Al é gnü alzé fora la chestiun ciodí che al é plü ëres che stüdia, mo tan püces te posiziuns de presidënza y direziun y tan gonot che l’azënt sön la belëza desmendrësc tres ciamó atres competënzes arjuntes.

La sëra é gnüda stlüta jö cun la prejentaziun dl foliet Gana - y n test lit dant sura la figöra che ti dá l’inom - n’ëra valënta, tl significat de “valëi”.
Cun chisc pinsiers á le publich ciamó podü se nainé sön i toc metüs sö dala dj Elena Pitscheider.
Speran che cun chëstes iniziatives somënon tres danü pinsiers critics por la parité de dötes les porsones.

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Kaum Frauen bei den Paralympics

// Jenny Cazzola | Centaurus //
Während bei den Olympischen Spielen darauf geachtet wird, dass gleich viele Männer und Frauen antreten, sind Frauen bei den Paralympics stark unterrepräsentiert.
Auf dem von Carolina Atvilla gestalteten Poster für Milano-Cortina ist eine weibliche Athletin prominent zu sehen. Bei den Paralympics sind Frauen aber in der Minderheit. 
© Poster ATVILLA - Carolina Atvilla
Schon im Vorfeld der Paralympischen Spiele von Milano-Cortina 2026 gab es einige Kontroversen. Für Unmut sorgte zum Beispiel, dass Athlet*innen aus Russland und Belarus wieder unter ihrer Nationalflagge starten durften. Oder die Tatsache, dass die Biathlonbewerbe nicht in Antholz, sondern in Tesero im Fleimstal ausgetragen wurden. Über ein Thema wurde aber kaum gesprochen: Während bei den Olympischen Spielen seit Jahren darauf geachtet wird, dass ungefähr gleich viele Frauen und Männer antreten, sind Frauen bei den Paralympics die Minderheit. So waren von den 42 Athlet*innen, die für Italien an den Start gingen, nur fünf Frauen. Aus Südtirol war keine einzige dabei. Alle sieben Athleten aus unserer Region waren Männer. Doch was ist der Grund für dieses Ungleichgewicht?
Ein Blick in die Historie
„Zu meiner Zeit lag das an den fehlenden Toiletten“, erzählt Dorothea Agetle. Die Vinschgerin gewann 1992 bei den Paralympics in Albertville zwei Bronzemedaillen im Langlauf und war damit die erste Frau, die eine paralympische Medaille in einer Winterdisziplin für Italien holte. Bei den Spielen in Lillehammer 1994 und Nagano 1996 folgten zwei weitere Bronze- und Silbermedaillen.
Die Toiletten werden heutzutage aber wohl eher nicht der Grund sein. Denn obwohl der paralympische Sport im Vergleich zum olympischen immer noch weniger Geld und mediale Aufmerksamkeit erhält, sind zumindest die Sportstätten auf dem neuesten Stand und zugänglich für alle Athlet*innen, unabhängig vom Geschlecht oder der Behinderung. Dass Frauen in der Minderheit sind, hat viel eher historische Gründe. Denn die paralympische Bewegung geht auf Sportangebote für Menschen mit Rückenmarksverletzung und Kriegsversehrte zurück. Und das waren nun mal von Anfang an zu einem Großteil Männer. Für Frauen gab und gibt es bis heute weniger Sportangebote, Wettbewerbe und auch weniger Vorbilder.
Sport fördert Empowerment und die Lebensqualität
Vorbilder, wie Dorothea Agetle eines ist. Die heute 76-Jährige musste sich vor Jahren aufgrund von Schulterproblemen vom Langlauf verabschieden. Sie ist aber weiterhin in einer Curling-Mannschaft aktiv. Und sie ist der Meinung, dass Menschen mit Behinderung in Südtirol sich im Allgemeinen mehr sportlich betätigen sollten: „Heutzutage gibt es für behinderte Menschen sehr viel mehr Möglichkeiten, Sport zu treiben, als damals, als ich angefangen habe. Und es bringt so viel Genugtuung: Man bewegt sich, man hält sich fit, man ist oft an der frischen Luft und man lernt tolle Menschen kennen. Ich finde es schade, dass Südtirol als Land so reich ist an Menschen mit Behinderung, aber so arm an behinderten Sportlerinnen und Sportlern.“