„Es ist paradox“, brachte es Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Vorstellung der Datenbank ADA auf den Punkt, „es gibt mittlerweile zwar mehr Studentinnen und Universitätsabsolventinnen als männliche Studierende, und dennoch kommen in den Medien, bei Interviews oder Gesprächsrunden meist männliche Experten zu Wort.“ Um diesen Automatismus zu durchbrechen und Frauen mehr Sichtbarkeit zu geben, haben der Landesbeirat für Chancengleichheit und das Frauenbüro des Landes Südtirol in Zusammenarbeit mit der Landesabteilung Informatik eine Expertinnendatenbank eingerichtet, in die sich Fachfrauen aus den verschiedensten Bereichen eintragen können. Medien, Institutionen und Unternehmen, die Interviews, Podiumsdiskussionen, Expert*innenrunden oder andere Veranstaltungen planen, können auf diese Datenbank zugreifen und die jeweiligen Frauen einladen.
„ADA ist eine Datenbank für Frauen mit beruflichen Qualifikationen, Führungsfähigkeiten und fachspezifischen Kenntnissen, die in Südtirol wohnhaft oder hier beruflich tätig sind“, betont Projektleiter Francesco Trevisan vom Frauenbüro. Sie ist nach der britischen Mathematikerin und als erste Programmiererin bezeichneten Ada Lovelace benannt. „Es ist unerlässlich, dass Frauen nicht nur als Statistinnen, sondern als Expertinnen in allen Bereichen anerkannt werden“, fordert Ulrike Oberhammer mit Verweis auf den Gleichstellungsaktionsplan Æquitas und die Initiative „No Women No Panel“, „Frauen müssen an Entscheidungstischen sitzen.“ Stellvertreterin Nadia Mazzardis fügte hinzu: „Die Datenbank ADA verwandelt Kompetenz in konkrete Zugänglichkeit: Keine Ausreden und keine Alibis mehr für rein männlich besetzte Podien."
Interessierte Expertinnen können sich auf der Homepage des Landes unter
chancengleichheit.provinz.bz.it/de/home in die Datenbank eintragen, Vertreter*innen von Medien, Institutionen, Unternehmen und Organisationen sind dann herzlich eingeladen, sich der gesammelten und nach Fachbereichen sortierten Kontakte zu bedienen.