NO WOMAN NO PANEL
Wenn da die berühmt-berüchtigten Schnitzer nicht wären…
// Maria Pichler //
Es ist ja nicht so, dass sie sich nicht bemühen würden: die Organisationen, Verbände und Akteure, welche die Initiative „No Women No Panel“ unterstützen und damit die Sichtbarkeit von Frauen in öffentlichen Debatten fördern wollen. Aber zwischendrin passiert er dann halt doch: der berühmt-berüchtigte Schnitzer. Und je selbstverständlicher Frauen auf der Bühne werden, desto auffälliger wirken die – wenn auch seltener gewordenen – Bilder von ausschließlich dunklen Anzugträgern, die ihre fachmännischen Gesichter in die Kamera halten.


Schwarz der Hintergrund, schwarz die Anzugträger und schwarz die Zukunftsaussichten? © NOI Techpark
Nehmen wir mal den NOI Techpark in Bozen: Wer sich durch die Homepage des Innovationszentrums scrollt, wird dort – angefangen beim Verwaltungsrat – viele Fachfrauen entdecken und einiges über besondere Initiativen finden, mit denen Mädchen und Frauen für die sogenannten MINT-Fächer begeistert und in ihren Karrieren gefördert werden. Dafür gibt es Pluspunkte!
Dann aber feiert die italienische Fujifilm-Tochter „Fujifilm Healthcare Italia“ die Eröffnung ihres Forschungs- und Entwicklungssitzes im NOI Techpark. Das Bild dazu? Schwarz dominiert: der Hintergrund, die Anzugträger und – wo wir gerade beim Thema geschlechtergerechte Gesundheit sind – schwarz auch die Zukunftsaussichten, dass in der Entwicklung der digitalen Gesundheit und medizinischen Informatik die Unterschiede zwischen Frauen und Männern berücksichtigt werden? Bitte nicht!
Dann aber feiert die italienische Fujifilm-Tochter „Fujifilm Healthcare Italia“ die Eröffnung ihres Forschungs- und Entwicklungssitzes im NOI Techpark. Das Bild dazu? Schwarz dominiert: der Hintergrund, die Anzugträger und – wo wir gerade beim Thema geschlechtergerechte Gesundheit sind – schwarz auch die Zukunftsaussichten, dass in der Entwicklung der digitalen Gesundheit und medizinischen Informatik die Unterschiede zwischen Frauen und Männern berücksichtigt werden? Bitte nicht!

„Grenzenlos gesund(e)“ Frauen und Männer in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. © LPA/Fabio Brucculeri
Dass es auch anders geht, zeigt dieses Mal die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Unlängst ist in Bozen – und wir bleiben beim Thema Gesundheit – die Broschüre „Grenzenlos gesund“ vorgestellt worden. „Da ist es auch nicht so schwer“, werden Kritiker*innen anmerken, „denn sowohl die Südtiroler Volksanwaltschaft als auch die Selbsthilfe Tirol werden von Frauen geleitet.“ Richtig – und auch das ist ein Signal, gerade beim Thema Gesundheit, wo doch so viele Frauen nicht nur Patientinnen, sondern auch Pflegerinnen, Assistentinnen, Therapeutinnen sind und sich damit einmal mehr „kümmern“. Einen kleinen Minuspunkt gibt es aber auch dennoch: Zumindest auf dem Titelblatt der Broschüre hätte man nicht nur von Patienten-, sondern auch von Patientinnenrechten sprechen können. Der Platz hätte dafür allemal ausgereicht…
Fazit ist: Dass Frauen in medizinische Führungspositionen kommen und dass Frauen die Medizin der Zukunft mitgestalten, gerade angesichts der geschlechterspezifischen Unterschiede in Prävention, Diagnose, Behandlung und Versorgung, das liegt an uns allen. Und das gilt nicht nur bei der Ausarbeitung von Informationsbroschüren, sondern gerade auch in den zukunftsträchtigen Bereichen der digitalen Gesundheit und medizinischen Informatik.

